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– Erinnern, Weben, Erzählen

13. August 2022 | 18:30 –19:20 Uhr

14. August 2022 | 18:30 –19:20 Uhr

Ort: MOMENT

 

Von und mit: Eveline Ratering, Ingo Ospelt und Hans-Christian Hasselmann

„Zu erzählen, das heißt wahrheitsgetreu zu erfinden, aufgrund eigener Erfahrungen.“

Christa Wolf

 

Eine szenische Recherche auf Basis der Odyssee?

Im Rekonstruieren einer gemeinsam erlebten aber unterschiedlich erinnerten Odyssee-Aufführung von vor über 20 Jahren, wollen wir herausfinden, ob und wie eine gemeinsame Erzählung funktioniert. Inwiefern sie das zwischenmenschliche Zusammenleben bedingt, sowohl im Mikrokosmos der Beziehung als auch im kulturellen Zusammenleben, welches heute mehr denn je von einem Krieg der Erzählweisen geprägt ist. Dabei interessiert uns die analytische Funktion des Erzählens. Das altgriechische Wort Analysis steht für das Auflösen von Komplexität und findet seinen Ursprung bei Penelope, die das tagsüber Gewebte allnächtlich wieder auftrennt, um am nächsten Tag von vorne zu beginnen. Hinter diesem mythischen Bild verbirgt sich nicht bloß reiner Zeit vertreib zum Hinhalten männlicher Werber, sondern viel mehr die machtvolle Geste des Erzählens. In dem sie einzelne Fäden zu immer wieder neuen, komplexen Bildern verbindet, konstruiert und dekonstruiert sie Geschichte; sie kontrolliert Raum und Zeit durch Erzählung. Das Schiffchen, mit welchem Sie die Fäden durchkreuzt, gleicht dem Schiff, mit welchem Odysseus sich auf Irrfahrt befindet, unfähig den Heimweg zu finden.

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