Ein Weg vom WIR zum ICH und zurück

– nach Jewgenij Samjatins „Wir“ und Friedrich Schillers „Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen“

20. August 2022 | 17:45 – 19:15 Uhr

21. August 2022 | 17:45 – 19:15 Uhr

Ort: Städtische Bühnen

 

Von MUK Studierenden des 2. Jahrganges Abteilung Schauspiel

Mit: Paul Valentin Clementi, Hannah Joe Huberty, Julia Natalie Mach, Olivia Marie Purka, Dina Skwirblies, Leonid Sushon, Felix Werner Tutschku

Erarbeitung mit: Adel Ermak (Dramaturgie), Univ.-Prof. Steffi Hofer, Univ.-Prof. Urs Klebe

Im „einzigen Staat“ aus Jewgenij Samjatins dystopischem Roman „Wir“ wird kein Aspekt eines totalitären Systems ausgelassen: Der Alltag der Bürger*innen ist streng getaktet, statt Namen tragen Menschen Nummern und selbst zwischenmenschliche Beziehungen werden bis ins kleinste Detail kontrolliert. „Wir“ spielt im 28. Jahrhundert. Mit einer Differenz von 1000 Jahren stellt Schiller in seinen Briefen den idealen Staat dar. Kunst und Literatur bilden die Voraussetzungen zur Erziehung des Menschen vom Barbaren zu verantwortungsbewussten Weltbetrachter*innen.
Eine Gegenüberstellung beider Autoren, von Rationalität und Emotionalität, scheint unverzichtbar. Denn heute, 2022, setzt uns der permanente Optimierungswahn unter Druck, in Datenbanken sind wir Nummern, Gesichtserkennungstechniken werden immer ausgeklügelter und im Vordergrund steht die allgemeine Arbeitsfähigkeit. Ehemals intime Erfahrungen ernten Klicks im Internet, perfekte Menschen leben perfekte Leben – auf den Einzelnen scheint niemand mehr zu achten. Somit ist „Wir“ nicht nur ein Beispiel unserer
Vorfahren, sondern beschäftigt sich mit der Ressource Mensch und führt zu der Frage: Was geben wir den nächsten Generationen mit?
WIR als Vorfahren, WIR als Ressource und WIR als einzige Möglichkeit der Veränderung

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