Ein Bericht für eine Akademie

(c) Günther Egger

Datum:    20. August 2021
Zeit:         19:30 – 20:24 Uhr
Ort:          Unort (Spielort wird bekannt gegeben)

Dauer:     54 min

von Franz Kafka

 

Es ist ein genialer Kunstgriff, den Franz Kafka in seiner 1917 erstmals veröffentlichten Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“ zur Anwendung bringt. Er betrachtet die Menschen aus der Sicht eines Affen. Und deckt dadurch, ebenso amüsant wie schonungslos, die Schwächen und die mitunter seltsamen Gepflogenheiten des ach so kultivierten Menschengeschlechts auf.

 

Ein Affe, eingefangen bei einer Jagdexpedition in Afrika und im Käfig verschifft, wird viele Jahre später von den Mitgliedern einer „Akademie“ aufgefordert, einen Bericht über sein „äffisches Vorleben“ einzureichen. Inzwischen hatte er es nämlich durch absolute Selbstverleugnung und Anpassung geschafft, ein „Mensch“ zu werden und somit dem Käfig zu entkommen. Er hatte bald erkannt, dass ihm auf seiner Suche nach einem Ausweg neben dem Zoologischen Garten nur ein zweiter Weg offenstand: Das Varieté. Er berichtet weniger von seinem Vorleben als viel mehr von seiner Rolle als Menschenimitator.

 

Begleitet von den Musikern Juliana und Siggi Haider schlüpft Felix Mitterer lustvoll in die Rolle des tanzenden und singenden Affen. Alte Schlager werden angestimmt, man singt „Ein Freund, ein guter Freund“ und fühlt sich sichtbar wohl im goldenen Käfig der Zivilisation.

Felix Mitterer hat sich mit dieser Rolle einen langjährigen Wunsch erfüllt. Vor bald 40 Jahren spielte er seine erste Rolle in „Kein Platz für Idioten“. Jahrzehnte später steht er wieder auf der Bühne. Als Affe Rotpeter. Diesmal aber, so Mitterer, zum „dezidiert letzten Mal“. Der Regisseur Martin Sailer hat das Stück von der Bühne in ein Studio des Landesstudios Tirol transferiert und mit Felix Mitter und seinen kongenialen Musikern eine Hörspielfassung für das Radio erarbeitet.

 

bearbeitet und gespielt von: Felix Mitterer
Regie: Martin Sailer (ORF Tirol, 2013)
Musik: Siggi Haider (Akkordeon, Perkussion), Juliana Haider (Saxophon, Perkussion)
Schnitt und Ton: Jürgen Brunner

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