Sprachen der Komik mit Thomas Richter

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WORKSHOP: Vom Wort zum Witz zur Weltsicht

Datum:    10.08. – 13.08. 2020
Zeit:         4 Einheiten, Nachmittag

 

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Wenn es dir schwer fällt, über dich selbst zu lachen, nehme ich dir das liebend gerne ab. (Groucho Marx)

 

Bevor ein Mensch zu sprechen anfängt, lacht er bereits. An die vierhundert Mal lacht ein Kind am Tag. Ein Erwachsener hingegen kann seine Tageslacher meist an den Fingern abzählen. Allzu oft kommen wir gar nicht zum Lachen, weil wir auf die Pointe warten, die uns womöglich mehr Angst als Lust bereiten könnte. Der Witz kann sich jederzeit als Wahnwitz entpuppen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht, sagen wir dann, auch wenn uns das Lachen schwer fällt. Was aber bringt uns denn nun wirklich zum Lachen? Und wie bringen wir andere zum Lachen? Was ist das eigentlich: Komik?

 

Schauspieler*innen, Regisseur*innen, Laien und alle Theaterinteressierten sind eingeladen, durch das Lesen und Erproben ausgewählter Texte der Komödienliteratur den Mechanismen des Komischen auf den Zahn zu fühlen. Die Spiegel der shakespeareschen Narren werden uns ebenso vorgehalten wie die grotesken Verzerrungen Karl Valentins. Das Humorvolle, das Clowneske, das Geistreiche, das Versöhnliche werden zur Sprache kommen, wie auch das Unverfrorene, das Aberwitzige, das Absurde und das Sinnlose. Wir werden mit Distanzen hantieren, Widersprüchliches aufdecken, Erwartungen entlarven und Überraschungen vorbereiten.

In der Zuversicht, dass Lachen ein grundlegendes menschliches Bedürfnis und erstes sprachliches Mittel unserer Kommunikation ist, möchte ich, Thomas Richter, mit Ihnen in diesem Workshop die Bedingungen erforschen, die uns lachen machen, und dabei nicht vergessen, dass man beim Lachen hin und wieder auch die Zähne fletscht. Das Lachen ist ja schon immer ein überaus probates Mittel der Subversion gewesen…

Thomas Richter, 42, ist Regisseur und Dramatiker, Dozent für Schauspiel und Dramaturgie, Gitarrist und Sounddesigner. Als Kind träumte er davon Millionär zu werden und wurde Schauspieler, und als solcher nicht reich; als Jugendlicher wollte er Musiker werden und wurde Sounddesigner, zuletzt für die Wiener Staatsoper. Nach dem Abschluss seines Studiums der Schauspielregie am Max Reinhardt Seminar wollte er alles andere als Regisseur werden und wurde es trotzdem, in Theatern, an Schauspielschulen und Laienbühnen; als er im Auftrag des Theatermuseum Wien zum 75-jährigen Jubiläum des Max Reinhardt Seminars sein erstes Stück Jedermax über die Schauspielschule, an der er gelernt hatte, verfasste, wäre ihm nicht eingefallen, Dramatiker zu werden, aber seitdem folgten zwei Autorenstipendien des Bundeskanzleramtes Österreich und ein Dutzend Uraufführungen seiner Stücke und Bearbeitungen an Theatern in Österreich, Deutschland und der Schweiz – im Frühjahr 2020 Premiere seiner völlig freien Überschreibung des schnitzlerschen Reigen am Theater an der Gumpendorferstraße in Wien.